Adoption aus dem Tierschutz - Teil 3
Liebe Tierfreunde
Es folgt nun der dritte und vorerst letzte Teil unseres Blogbeitrags, wo wir rund um das Thema Adoption aus dem Tierschutz berichten.
In den ersten beiden Teilen haben wir euch über den Ablauf der Adoption und vom Kennenlernen des kleinen Otto aus Griechenland berichtet. Hier kommt ein weiteres Update zu seiner Entwicklung.
Nach knapp drei Wochen in der Schweiz lernte Otto eine Hundetrainerin kennen, die ihn und sein Frauchen in Einzellektionen an die Basics ranführen sollte. Sitz, Warten und Deckentraining gab es als erste Hausaufgaben mit nach Hause. Mit unseren superfeinen „Belohnerli“ lernte er die Grundkommandos sehr schnell und die Wartezeiten und Distanzen im Sitz und Platz konnten nach wenigen Tagen schon erhöht werden.
Auch unser Swiss Natural Softfutter wird täglich eingesetzt. Das Futter wird aber nicht einfach im Napf vor seine Nase gestellt – es wird aktiv genutzt für Suchspiele in der Wohnung oder zum Erlernen und Festigen von neuen Kommandos. Glücklicherweise hat Otto die Futterumstellung sehr gut vertragen.
Das Deckentraining gestaltete sich aus einem bestimmten Grund ein bisschen schwieriger: Otto ist stark territorial veranlagt. Dies zeigt sich nicht nur in der Wohnung, wenn er vorbeigehende Nachbarn anknurrt, sondern zum Beispiel auch bei fremden Menschen auf Spaziergängen oder einem entgegenkommenden Hund-Mensch-Gespann, die er mit Bellen und Pöbeln an der Leine vertreiben möchte.
Durch klare Regeln, häusliche Strukturen und viel Üben konnte dies in wenigen Wochen bereits stark reduziert werden und die Leinenpöbeleien wurden zur Ausnahmesituation.
In den nächsten 3 Lektionen mit der Hundetrainerin sind weitere Themen hinzugekommen, wie: Beschäftigung, Ansprechbarkeit unterwegs, Rückruf und Leinenführigkeit.
Dies sind alles Punkte, die nicht irgendwann erledigt sind, sondern regelmässig und immer wieder trainiert und aufgefrischt werden müssen.
Vor allem die letzten beiden haben es in sich, denn Otto – als ehemaliger Strassenhund – misstraut den Menschen noch oft. In Situationen, in denen er Angst hat oder sich erschreckt, möchte er fliehen, statt Schutz bei seiner Besitzerin zu suchen.
Aus diesem Grund und teilweise auch etwas der Pubertät verschuldet, dauert der saubere Aufbau des Rückrufs noch eine Weile.
Mittlerweile besuchen die zwei gemeinsam eine Hundeschule. In einem Junghundekurs soll Otto lernen, auch unter Ablenkung durch andere Zwei- und Vierbeiner, mental bei seinem Menschen zu bleiben und Aufgaben gemeinsam als Team zu meistern. Dies stärkt zum einen die Bindung zu seinem Frauchen und hilft ihm zum anderen, sich daran zu gewöhnen, andere Hunde und Menschen in der Nähe „auszuhalten“.
Schon nach dem dritten Kurstag hat man eine enorme Entwicklung feststellen können, was nicht nur die Halterin, sondern auch die Trainerinnen stolz bemerkten.
Doch was steckt denn eigentlich im kleinen Griechen drin? Diese Frage stellte sich auch unsere Kollegin und hat sich diese mit einem DNA-Speicheltest beantworten lassen:
Das Fell und vor allem sein Charakter deuten mit 31% auf Schäfer- und Hütehund hin. Der hübsch geformte Kopf stammt wohl vom Pinscher ab und die schlanke Figur verdankt er vermutlich zu einem Grossteil dem Windhund. Allein diese 3 von 9 gefundenen FCI-Gruppen sagen viel über sein Wesen und Äusseres aus.
Dadurch ist nun auch klar, weshalb Otto sein Zuhause und sein Frauchen beschützen möchte. Es ist in seinen Genen als Wach- und Hütehund verankert.
Mit diesem Wissen kann nun noch besser auf sein Verhalten und seine Bedürfnisse eingegangen werden.
Es ist spannend zu sehen, was in wenigen Monaten erreicht werden konnte. Mit konsequenter Führung, fleissigem Training und vielen Wiederholungen wird Otto bestimmt zu einem wunderbaren Begleiter heranwachsen und viele schöne Momente mit seinem Frauchen erleben.
Danke an dieser Stelle nochmals an den Verein Stray Paws Swiss für die wertvolle Arbeit und dass Otto und so viele andere Streuner durch euch ein neues Zuhause finden dürfen.
Wir hoffen, der Einblick in unsere Erfahrungen hat euch gefallen. Wir freuen uns weiterhin über euer Feedback und eure Geschichten und Erlebnisse mit Tierschutzhunden.
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Otto als Welpe in Griechenland
Der erste Tag in der Schweiz